Beim LLL-Wochenende 2026 gedachten über 10.000 Menschen in Berlin Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Wladimir Iljitsch Lenin. Die Veranstaltungen am Samstag sowie die traditionelle Gedenkdemonstration am Sonntag standen deutlich im Zeichen der sich zuspitzenden imperialistischen Kriege, weltweiter Aufrüstung und wachsender sozialer Angriffe. Gleichzeitig zeigte sich ein spürbarer Aufschwung junger, revolutionärer Kräfte.

In zahlreichen Konferenzen, Podien und Diskussionen wurde über Sozialkürzungen, Wehrpflicht und Militarisierung debattiert. Parolen wie „Nicht unser Krieg, nicht unser Militär“ prägten auch die Demonstration. Historische Bezüge spielten dabei eine zentrale Rolle: Schon zu Lebzeiten Luxemburgs und Liebknechts führte die Aufrüstung der Großmächte in den Ersten Weltkrieg. Ihr Bruch mit der Sozialdemokratie und ihre Ermordung am 15. Januar 1919 durch faschistische Freikorps markieren bis heute einen Wendepunkt der Arbeiterbewegung.

Am Sonntag versammelten sich die Demonstrierenden am Frankfurter Tor und zogen über die traditionelle Route zum Friedhof der Sozialist:innen in Berlin-Lichtenberg. Trotz Baustellen und eingeschränkter Zugänge konnte das Gedenken stattfinden. Die Polizei sprach von 8.500 Teilnehmenden, Beobachtungen zufolge waren es bis zu 10.000.

Besonders sichtbar waren revolutionäre und internationalistische Blöcke, darunter ein gemeinsamer Jugend- und Revolutionsblock mit rund 1.500 Teilnehmenden. Roter Rauch, Transparente und Parolen gegen Krieg, Repression und Wehrpflicht prägten das Bild. Auch Solidarität mit Palästina, Kurdistan und Venezuela spielte eine große Rolle.

Die Polizei war mit rund 500 Einsatzkräften vor Ort und meldete acht Festnahmen. Insgesamt verlief die Demonstration jedoch überwiegend kämpferisch und ohne massive Repressionen. Mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Ermordung bleibt das Gedenken an Luxemburg, Liebknecht und Lenin für viele hochaktuell.

Quellen:
Eigene Beobachtung

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